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Industrie 4.0 zum Anfassen – viele Interessierte beim Vortrag der IDM Südtirol
von Christoph Mahlknecht

Fachtagung Industrie 4.0

Fachtagung Industrie 4.0     Manuel Niederstätter erläuterte den praktischen Einsatz der neuesten Technologien

An die 40 Interessierte, in erster Linie Firmeninhaber, Einkäufer und Wirtschaftsberater, fanden sich gestern bei uns in Steg ein, um sich aus erster Hand Infos zum Thema Industrie 4.0 zu holen. Hervorzuheben ist die Live-Vorführung der neuesten Technologien, welche im Anschluss an die Vorträge erfolgte. Dort wurden konkrete Beispiele aufgezeigt, was Industrie 4.0 eigentlich ist und wie die Anwendung erfolgt.

Die IDM Südtirol veranstaltet eine Vortragsreihe, bei der am Sitz verschiedener Lead-Unternehmen über dieses hochaktuelle Thema berichtet wird. Bereits in der Einleitung betonte Markus Kofler, Präsident des Baukollegiums im Unternehmerverband, die Wichtigkeit der Industrie 4.0 für das Baugewerbe. Im Moment, meinte er, sei man im Bezug zu anderen Zweigen etwas im Hintertreffen. Aber es gelte aufzuschließen, und dazu sei das Baugewerbe sicher imstande. War es doch bei anderen Themen Vorreiter, wie zum Beispiel bei der Einführung des Projektmanagement.

Johannes Brunner von IDM Südtirol und Verantwortlicher des Digital Innovation Hub erläuterte als erster Referat der Fachtagung ausführlich di Chancen der digitalen Transformation für die lokalen Wirtschaftstreibenden. Er erklärte dabei sehr detailliert den Industrie 4.0 Plan der italienischen Regierung, welcher ab 2017 in Kraft getreten ist.

Der Staat begünstigt zurzeit die Einführung der neuen Technologien und Investitionen in Forschung und Entwicklung. Zu steuertechnischen Aspekten und der Anwendbarkeit der Hyperabschreibung berichteten Huber Gasser vom Unternehmerverband und unser Kollege Florian Schwienbacher. Die Steuervorteile sind eine einmalige Gelegenheit für Unternehmen, Investitionen zur Modernisierung des Fuhrparks zu tätigen. Es sind aber mehrere Voraussetzungen zu erfüllen, so muss die Maschine oder das Gerät z.B. mittels Computersystem überwacht werden können. Neben der Super- und Hyperabschreibung wurde auf weitere Fördermöglichkeiten eingegangen, wie die staatliche Sabatini-Förderung und die Landesförderung für Kleinunternehmen.

Giada Malacarne von Fraunhofer Italia berichtete über ein weiteres interessantes Thema, das BIM – Building Information Modelling. Hinter diesem Wort versteckt sich eine neue Form der Planung, Abwicklung und Instandhaltung von Bauvorhaben: Alle Beteiligten arbeiten an ein und demselben digitalen Modell, weshalb einige Arbeitsschritte vereinfacht werden, aber vor allem Fehler in der Abstimmung vermieden werden können. Das Fraunhofer Institut in Bozen hat eine eigene Abteilung, welche sich mit der Optimierung von Abläufen in der Planung und Bauausführung beschäftigt.

Theodor Scherer, einer der Geschäftsführer innerhalb der Scherer Group, referierte über die Software für die Smarte Produktion, welche von der in Brixen ansässigen SCT-Technology in Hinblick auf die Digitalisierung des gesamten Fertigungsprozesses entwickelt wurden. Dabei präsentierte Dr. Scherer sehr anschauliche praktische Anwendungen der Software bei einem Unternehmen in Köln.

Besonders interessant war der „praktische“ Teil des Vortrags. Manuel Niederstätter demonstrierte an einem Beispiel, wie die Niederstätter AG 4.0 Technologien einsetzt. Für die Schweizer Firma Garaventa hat Niederstätter einen Turmdrehkran bei der Baustelle zur neuen Zugspitzbahn installiert. Dort entsteht gerade die höchste die höchste Fachwerkstütze der Welt. Und um eine 127 Meter hohe Stütze zu bauen, braucht es einen noch einige Meter höheren Baukran. Bei dieser komplexen Baustelle hat die Serviceabteilung von Niederstätter die Möglichkeit, mittels Fernüberwachung ständig die wichtigsten Leistungsdaten des Krans abzurufen. Damit können eventuelle Probleme bereits vorab erkannt und eliminiert werden, bevor dies der Anwender auf der Baustelle merkt. Für die Firmen, welche mit engen Zeitplänen arbeiten, bedeutet dies eine große Steigerung der Planungssicherheit und damit der Effizienz auf der Baustelle.

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