Bombenjahre – eine beeindruckende Premiere - Niederstätter AG, Baumaschinen & Container Rund-Um-Service, Neu, Gebraucht, Miete, Finanzierung

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Bombenjahre – eine beeindruckende Premiere
von Sabine Gamper

Bombenjahre Container

Bombenjahre     Die Produktion spielt teilweise im Containern.

Gestern haben wir bei der Premiere des Theaterstückes „Bombenjahre“ der Vereinigten Bühnen Bozen im Stadttheater einen ganz besonderen und bemerkenswerten Abend erlebt! Die Intendantin der VBB, Irene Girkinger, hat sich wieder einmal als sehr mutig erwiesen in der Wahl des Themas, aber vor allem auch des Formates, welches der Regisseur Alexander Kratzer (IBK) erdacht und ausgearbeitet hat, und welches sicherlich in Südtirol und darüber hinaus einzigartig ist. Historischer Berater für diese Produktion war der Journalist Christoph Franceschini.

Ein Dokumentartheater-Projekt

Es kommen in diesem Stück nicht Schauspieler, sondern Historiker, Journalisten und Zeitzeugen zu Wort. Inhaltlich beschäftigt sich die Produktion mit der Geschichte Südtirols nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der Feuernacht, und mit dem Thema der Landesautonomie und der Selbstbestimmung. Die deutsche Bevölkerung Südtirols war damals schon zu diesem Thema gespalten, und ist es bis heute noch. Im Laufe des Abends kommt die deutsche, italienische und österreichische Sicht zur Sprache, und alle erzählen aus ihrer je persönlichen Warte die Ereignisse, und nehmen sich dabei kein Blatt vor den Mund.

Niederstätter Container als Theater-Schauplätze

Das Publikum teilt sich im 2.Teil des Abends in 4 Gruppen, welche dann in unterschiedlichen Parcours durch das Theater und seine verschiedenen Schauplätze geführt werden. Am Vorplatz des Theaters wurden dazu 3 Niederstätter Container aufgestellt, als Sponsoringbeitrag von Niederstätter für dieses einzigartige Projekt. An diesen Orten können die verschiedenen Akteure vom Publikum besucht und angehört werden. Eine logistische Herausforderung, welche aber reibungslos geklappt hat.

Erwin Walcher

Kontroverse Positionen – eine Herausforderung für das Publikum

Direkt aufeinander treffen die gegensätzlichen Positionen von Eva Klotz und dem Zeitgeschichtler Rudolf Steininger, oder Vinicio Marcomeni (pensionierter Polizeibeamter Digos Bozen) und Franz Eder (Puschterer Bua), oder Elmar Thaler (Landeskommandant Südtiroler Schützenbund) und Mauro Minniti (Rechts-Politiker im Südtiroler Landtag), und viele mehr. Sie alle provozieren mit ihren konträren Positionen, und fordern vom Publikum, sich selber eine Meinung zu bilden.

Und wie geht’s weiter? Jugendliche zum Thema

Im 3.Teil des Abends kommen die Jugendlichen zu Wort. Sie stehen auf einem Gerüst auf der großen Bühne im Theatersaal, wo sich wieder alle Gruppen treffen, und werfen ihre Meinungen und Gedanken ins Publikum. Leider sehr viele Gemeinplätze, welche selbstbewusst aber zu oberflächlich kundgetan werden. Dieser Teil hätte vermutlich besser betreut werden müssen. Aber er spiegelt andererseits die Realität dieser jungen Menschen, welche die politischen Ereignisse nur mehr als Geschichtswissen reflektieren, und die Dramatik der damaligen Ereignisse nicht nachvollziehen können. Die Experten und Zeitzeugen sitzen in einer Stühlereihe dahinter, was denken sie sich wohl? Insgesamt ein sehr beeindruckender Abend, schade nur dass im 2.Teil viel zu wenig Zeit blieb, um sich alle verschiedenen Positionen anzuhören.

Schlussteil-Junge Menschen

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