Niederstätter
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Foto: Erich Kofler Fuchsberg
 

container|werkstatt|2010

04. – 09.09.2010
Thermenplatz Meran

Kuratiert von Sabine Gamper & Erich Kofler Fuchsberg
Künstlerische Leitung: Erich Kofler Fuchsberg

Eine Zusammenarbeit von Niederstätter AG & kunst Meran & Stiftung der Kammer der Architekten der Provinz Bozen

eine Rahmenveranstaltung der Firma Niederstätter AG zur Ausstellung „WOHN RAUM ALPEN“.

PROGRAMM
SAMSTAG 04.09. 20:00 UHR
Vortrag von Han Slawik „ContainerArchitektur. Vom Container zur Architektur“
DIENSTAG 07.09. 20:00 UHR
Vortrag von Sandra Häuplik-Meusburger „Vom Leben in Raumzellen“
MITTWOCH 08.09. 20:00 UHR
Vortrag von Gesa Mueller von der Haegen „Containerkult - die Standardbox als Liebling in Kunst und Avantgarde“

CONTAINERCINEMA bei kunst meran
„The Lottery of the Sea“ von Allan Sekula, 2006, Video, 180 min.
07.09.(12 H), 08.09.(14 H), 09.09.(16 H)
„Ausländer raus! Schlingensief’s Container”, von Christoph Schlingensief und Paul Poet, 2001, Video, 90 min.
07.09.(16 H), 08.09.(10 H), 09.09.(12 H)
„Cargo“, von Laura Waddington, 2001, Video, 29 min.
07.09.(10 H), 08.09.(12 H), 09.09.(14 H)

Jeweils vor den Vorträgen von 19:00 – 20:00 Uhr: Führung durch die Ausstellung
Wohn Raum Alpen bei kunst Meran/o arte im Haus der Sparkasse, Lauben 163, Meran


Von 04. bis 09.September wird eine Containerskulptur am Thermenplatz in Meran zum Austragungsort für eine Reihe von Vorträgen und Filmvorführungen zum Thema „Container“. Die Veranstalter des Projektes sind die Firma Niederstätter AG, führend im Bereich der Containervermietung im norditalienischen Raum, weiters kunst Meran/o arte mit ihrer derzeitigen Architekturausstellung „WOHN RAUM ALPEN“, sowie die Stiftung der Kammer der Architekten der Provinz Bozen. Im Rahmen der „container/werkstatt/2010“ werden drei Experten auf dem Gebiet der Containerarchitektur nach Meran kommen, welche das Thema aus unterschiedlichen Standpunkten beleuchten. Am Eröffnungsabend spricht der in den Niederlanden und Deutschland tätige Architekt Han Slawik, Professor für Experimentelles Entwerfen und Konstruieren an der Leibniz Universität Hannover und zusammen mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Herausgeber des Standardwerkes „ContainerAtlas“. Er entwarf 1986 erstmals ein temporäres Gebäude aus Seecontainern, seinen „Campus“ in Almere/NL, das europaweit erste Haus aus Stahlcontainern. Mittlerweile hat sich das Image des Containers gewandelt, und die Stahlkiste findet neben ihrer Verwendung als temporäre Unterkunft für Asylbewerber oder Bauarbeiter zunehmend Einzug in die zeitgenössische Bauweise. Stararchitekten ahmen neuerdings in ihren Bauten Container-Optiken nach, wie z.B. für den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle am Duisburger Hafen von Herzog & de Meuron. Weltweit gestalten Architekten und Künstler Showrooms, Wohnhäuser und Designershops aus Fracht- und Baucontainern. Zu den zentralen Forderungen der architektonischen Moderne gehört die Normierung der gebauten Räume. Als Transportbehälter ist der Container das Produkt eines umfassenden Standardisierungsprozesses in einer globalisierten Wirtschaft. Die „container/werkstatt/2010“ stellt neben funktionalen, konstruktiven und gestalterischen Aspekten auch die Frage nach der Geschichte des Containers, und unter welchen Voraussetzungen die genormte Bauzelle zum Grundmodul für architektonisches Gestalten werden konnte. Schon der Bauhausarchitekt Walter Gropius war von der Modulbauweise fasziniert, bei der gleiche Elemente nach dem Baukastenprinzip immer neue Kombinationsmöglichkeiten versprachen. Die Architektin und Dozentin an der TU Wien, Sandra Häuplik-Meusburger, setzt sich dabei auf Basis der kürzlich fertig gestellten „Design-in-use“ Studie mit der Frage auseinander, wie sich eine architektonische Gestaltung mit Containern entwickeln lässt, und wie solche Räume bewohnt werden können. Dabei werden anhand von bewohnten extra-terrestrischen Habitaten sowohl technische und funktionale als auch soziale Aspekte von „Raumzellen“ beleuchtet. Um Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen Architektur, Stadt/Urbanistik und künstlerischer Forschung geht es im Vortrag der Architektin und Szenografin Gesa Mueller von der Haegen, Professorin für temporäre Architektur und Design des öffentlichen Raumes an der HfG Karlsruhe. Sie untersucht in diesem Zusammenhang den kulturellen und erzählerischen Aspekt von Containerarchitektur, und fragt danach, welche Geschichten der Container erzählt, welchen Gesellschaftsentwurf er inszeniert und Gegenstand welcher Visionen er ist. In einer Welt „intelligenter Gebäude“ könnte der Container, als architektonisches Element eines weltweit vernetzten technischen Systems, zum Leitmedium einer neuen Ästhetik werden.

Sabine Gamper, Maria Niederstätter und Herta Torggler